Bedeutung von Mikronährstoffen zunehmend bestätigt

Krebserkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung vermeiden. Dies berichtet das große Online-Portal „Yahoo“, das den Millionen Internetnutzern vor wenigen Tagen „die besten Lebensmittel gegen Krebs“ vorstellte. Für die Mitglieder und Interessierten der Gesundheits-Allianz mag diese Schlag- zeile zur Bedeutung einer gesunden mikronährstoffreichen Ernährung bei weitem nichts Neues sein. Doch zeigt sie aber- mals, dass das Wissen um die gesundheitsfördernde Wir- kung bestimmter Nahrungsbestandteile sich immer weiter durchsetzt. Aus dem aktuellen Anlass greifen wir das Thema für Sie auf und präsentieren Ihnen eine Auswahl an Nähr- und Nahrungsinhaltsstoffen, die einen bedeutenden Bei- trag zur Prävention gesundheitlicher Beschwerden leisten.

Es gibt unzählige Ernährungsstudien, die den Zusammenhang zwischen Krankheiten und Ernährungsfaktoren erforscht haben. Eines ist ihnen meist gemein: Die Aussage, dass unge- sunde Essgewohnheiten Krankheiten fördern, eine gesunde Ernährungsweise jedoch, die z. B. reich an pflanzlicher Frisch- kost ist, die Chancen auf ein gesundes und langes Leben erhöht. Besonderen Nachdruck erhält diese Feststellung durch die Beobachtung, dass manche Krankheiten seltener in Län- dern und Kulturen auftreten, in denen bestimmte Quellen biologisch aktiver Pflanzenextrakte und anderer Naturstoffe Bestandteil der traditionellen Ernährung sind. Nehmen wir mal ein paar bedeutende Nahrungsmittel und deren Bestand- teile unter die Lupe.

Beispiel Soja: Wie jeder weiß, spielt Soja seit jeher eine große Rolle in der asiatischen Küche, wo es als ausgezeichne- te Nährstoffquelle geschätzt wird. Im Rahmen wissenschaftli- cher Forschung stellte sich beispielsweise heraus, dass Asiatin- nen, die im Vergleich zu Europäerinnen häufiger Soja essen, seltener an Brustkrebs erkranken. Diese Schutzwirkung wird den sogenannten Phytoöstrogenen zugeschrieben, die bei Frauen auch wirksam gegen Wechseljahrsbeschwerden helfen sollen. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, zu denen unter anderem Isoflavone und Lignane zählen. Sie besitzen eine sehr ähnliche Struktur wie Östrogen-Hormone. Diese Ähnlichkeit ermöglicht eine Bindung an verschiedene Rezeptoren, wodurch eine östrogene oder auch antiöstroge- ne Wirkung erzielt werden kann. Auch Männer profitieren von Phytoöstrogenen, da sie dabei helfen, körpereigene Hor- mone von verschiedenen Rezeptoren (Andockstellen) zu ver- drängen und so Wachstumsreize auf die Prostata zu hemmen.

Beispiel Kurkuma: Kurkuma, auch Gelbwurz genannt, gehört zur Familie der Ingwergewächse. Die Pflanze stammt aus Südasien und gilt als bedeutendste Heilpflanze Indiens. Die aus der Pflanze gewonnene Phyto-Substanz Curcumin verleiht asiatischen Gewürzpulvern nicht nur ihre charakteris- tische Farbe, sondern wird auch mit zahlreichen gesundheits- fördernden Eigenschaften in Verbindung gebracht. Aufgrund seiner zellschützenden, antioxidativen und immunstärkenden Potentiale gilt Curcumin als beliebtes Naturheilmittel in der Krebstherapie und bei der Prävention und Behandlung von Entzündungen, Alzheimer oder atherosklerosebedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Interessant ist in diesem Zusam- menhang die Beobachtung, dass z. B. Darmkrebs und die Alz- heimer-Krankheit in Indien kaum verbreitet sind.

Beispiel Grüntee: Wenn es ums Teetrinken geht, ist Schwar- zer Tee der klare Favorit der Deutschen. Doch auch Grüner Tee wird immer beliebter – nicht zuletzt aufgrund seiner Bedeutung für Gesundheit und Wohlbefinden. Das in Asien beheimatete Getränk enthält u.a. große Mengen des Poly- phenols EGCG (Epigallocatechingallat). EGCG verfügt über stark antioxidative und zellschützende Eigenschaften. Bewie- sen werden konnte u.a., dass dieser sekundäre Pflanzenstoff in der Lage ist, die Ausbreitung von Krebszellen zu blockieren und die Apoptose (Zelltod) herbeizuführen. Die Wirksamkeit von Catechinen des Grünen Tees entfaltet sich darüber hinaus aber auch bei der Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen, der Hemmung entzündlicher Geschehen in unserem Körper oder beim Schutz vor oxidativem Stress. Übrigens: In Japan, wo traditionell viel Grüntee getrunken wird, leben die meis- ten Hundertjährigen! Experten sind sich einig, dass die gesun- de Ernährung der Japaner, zu der auch viel Gemüse, Tofu, Meeresalgen und Seetang gehört, großen Anteil an diesem Phänomen hat.

Beispiel Beeren und Trauben: Viele Menschen sind amü- siert, wenn sie mit der Aussage konfrontiert werden, dass Rotwein das Herz-Kreislauf-System schützt. Gesünder leben mit einem Genussmittel? So ungewöhnlich es auch klingen mag: Obwohl die Franzosen – allgemein gesprochen – fett essen, stark rauchen und viel Alkohol (bevorzugt Rotwein) konsumieren, leiden sie seltener unter Herz-Kreislauf-Erkran- kungen als andere Europäer. Der Grund für dieses Phänomen ist paradoxerweise in einem dieser „sündhaften“ Nahrungs- mittel zu finden: Rotwein, genauer gesagt dem darin enthal- tenen Resveratrol, werden viele gesundheitsfördernde Wir- kungen nachgesagt – darunter eben auch eine positive Wir- kung auf das Herz-Kreislauf-System. Resveratrol ist ein Fla- vonoid, das sich außer in Weintrauben reichlich in Himbee- ren, Maulbeeren, Pflaumen oder im Japanischen Staudenknö- terich finden lässt. Neben seiner herzschützenden Eigenschaft trägt es zum Schutz gegen Zellentartung bei. Es kann zur Hemmung der Tumorentstehung beitragen und die Apoptose von Krebszellen begünstigen. Auch Anti-Aging-Effekte gehen von Resveratrol aus.

Beispiel Seefisch und Pflanzenöle: Neben dem „französi- schen Paradoxon“ überrascht eine weitere Besonderheit fremdländischer Essgewohnheiten: Vor Jahrzehnten stellte man fest, dass die in den arktischen Regionen lebenden Inuit trotz des Verzehrs einer fettreichen Nahrung seltener Herzin- farkte erleiden als Mitteleuropäer. Als Hauptgrund hierfür wird ihre traditionelle fischreiche Ernährung genannt. Kalt- wasserfische wie Lachs, Hering, Makrele oder Thunfisch sind eine Quelle für die gesunden Omega-3-Fettsäuren Eicosa- pentaen-(EPA) und Docosahexaensäure (DHA). Pflanzlichen Ursprungs ist die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure (ALA), die in bestimmten Pflanzenölen wie z. B. Lein-, Raps-, Soja- oder Walnussöl zu finden ist. Omega-3-Fettsäuren unterstützen die geistige Vitalität und Leistungsfähigkeit und werden vielfach in der natürlichen Krebstherapie einge- setzt: Sie nehmen Einfluss auf die Größe von Tumoren und helfen, diese zu verringern. Die Omega-3-Fettsäure DHA ist. in der Lage, Krebsgeschwüre um bis zu 80 Prozent zu verkleinern.

Selbstverständlich geht das von der Natur bereitgestellte Angebot lebenswichtiger Nahrungsinhaltsstoffe weit über diese Auflistung hinaus. Unsere Nahrung bietet uns eine fast unendliche Vielfalt an (Mikro-)Nährstoffen, die unerlässlich für die gesunde Funktion unseres Körpers sind. Ein ausgewo- gener Mix gesunder Lebensmittel sorgt dafür, dass die einzel- nen Inhaltsstoffe sich gegenseitig ergänzen, in ihrer Wirkung verstärken und somit einen wichtigen Beitrag zu