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Dr. Rath Gesundheitsbrief – NR. 247

Gesundheit beginnt im Mund

Schöne Zähne symbolisieren Vitalität. Ein Lächeln mit strahlend weißen Zähnen macht attraktiv. Gepflegte Zahnreihen sind nicht nur ein ästhetischer Anblick, sondern auch Zeichen einer stabilen Gesundheit. Viele Krankheiten haben schlechte Zähne als Auslöser. Auch heute noch kann eine Mangelernährung die gefährliche Krankheit Skorbut verursachen. Sie kommt zwar seltener vor, aber auch die Vorstufen sind eklatant: Stark blutendes Zahnfleisch, Endzündungen im Mundraum und Zahnausfall. Darüber hinaus Leistungsabfall, bleierne Müdigkeit, Ödeme und Herzschwäche – allesamt Symptome, die auf ein gravierendes Vitamin-C-Defizit hindeuten. Andauernder Vitamin-C-Mangel hat den Abbau von Zahnknochensubstanz und eine Entzündung der Pulpa (Zahnmark) zur Folge. Die Entzündungszellen aktivieren die Zytokine, was den Inflammationsprozess beschleunigt und eine Schwächung des Immunsystems nach sich zieht. Das Fatale: Skorbut zeigt sich nicht nur in einem desolaten Zahnzustand. Die ehemalige Seefahrer-Geißel führt auch zur koronaren Herzkrankheit – über die maroden Zähne werden Keime direkt in den O

Das Sollten sich parodonditis-patienten zu herzen nehmen

Bleibt eine Parodontitis (Zahnbettentzündung) unbehandelt, können die Folgen massiv sein. Bakterien gelangen in die Blutbahn, und es kommt zu krankhaften Veränderungen in den Arterien. Durch den Kauvorgang beim Essen werden die Keime weitergegeben. Die Anzahl der freigesetzten Entzündungsbotenstoffe schnellt nach oben. Systemische Inflammationen und oxidativer Stress tun ihr übriges. Das Risiko für kardiovaskuläre Herzerkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall steigt.

Welche Mikronährstoff sind für die zahngesundheit wichtig?

Eine solide Pflegeroutine und ausreichend Vitalstoffe aus der Nahrung plus eine fein abgestimmte Supplementierung sind hier die beste Vorbeugung. Wenn Mundhygiene und Nährstoffaufnahme nicht optimal verlaufen, bildet sich Biofilm. Dieser bakterienbesiedelte Film lässt Karies entstehen. Cranberries, Sanddorn, Hagebutten, Kiwis, Blutorangen und Zitronen sind pure Vitamin-C-Bomben. Unter den Gemüsen sind die verschiedenen Kohlsorten, rote Paprika und Brokkoli die Spitzenreiter. Leider hat unser Obst und Gemüse heute nicht mehr den gleichen Vitamin-Gehalt wie noch vor 20, 30 Jahren. Vieles wird importiert oder überzüchtet

Eine hochwertige Mikronährstoff-Supplementierung stellt dann eine gesundheitsfördernde Unterstützung dar. Auch ein Selbstversorgergarten liefert mehr Nährstoffe und Energiequellen als Obst und Gemüse aus dem Supermarkt. Obst wird am besten roh konsumiert oder zu Smoothies verarbeitet. Ein Glas am Morgen wirkt sich günstig auf den pH-Wert im Mund aus. Der Vitamin-C-Drink festigt das Zahnfleisch und hat einen antioxidativen Effekt. Erreger bleiben draußen. Eine spezielle Mikronährstoff-Formulierung plus eine hochdosierte Vitamin-C-Gabe kann Parodonditis und das damit verbundene Zahnfleischbluten reduzieren. Auch die Kollagenproduktion wird mobilisiert. Wenn zu wenig Kollagen zur Verfügung steht, kann es zu Wundheilungsstörungen und Blutungen im Mundraum kommen.

Die wichtigsten vitamine, mineralestoffe und spurenelemente sind:

  • Vitamin C
  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Vitamin K2
  • Calcium
  • Folsäure
  • Coenzym Q10
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Magnesium
  • Zink
  • Kupfer

Vitamin C ist ein sehr starkes Antioxidans, das die Zellen vor oxidativem Stress schützt. Die regelmäßige Aufnahme von Ascorbinsäure stellt eine natürliche Prävention von Zahnfleischschwund dar. Vitamin A regt den Speichelfluss an. Bakterien werden weggespült.

Vitamin D beeinflusst die Produktion der Osteoblasten und die Knochenfestigkeit. Außerdem sorgt das Prohormon dafür, dass Calcium im Knochen deponiert wird. Vitamin K blockiert die Osteoklasten und wirkt so einem Knochenabbau entgegen.

Der Organismus kann Calcium besser verwerten, wenn die Magnesium-Bilanz stimmt. Magnesium hat auch beim Zahnknochenaufbau eine wichtige Funktion.

Das Spurenelement Zink spielt beim Zahnaufbau eine Rolle. Kupfer ist ein essenzielles Element, das zur Zahnfestigung beiträgt.

Wie viel vitamin C bracht der Mensch?

e Analyse des Max-Rubner-Instituts im Rahmen der II. nationalen Verzehrs-Studie in Deutschland vom Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel hat ergeben, dass über ein Drittel der Bevölkerung mit Vitamin C unterversorgt ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät zu einer täglichen Vitamin-C-Aufnahme von 95 mg (Frauen) und 110 mg (Männer)

Frühher zahnverlust ist vermeidbar

Eine einseitige Ernährung kann auch bei jungen Erwachsenen zu Zahnausfall führen. Eine Kost, die aus viel Fast Food, Zucker und wenig frischen Produkten besteht, beeinträchtigt die Mundflora. Außerdem sammelt sich Plaque an. Diese Beläge fressen sich immer weiter durch den Zahnschmelz. Das gesamte Gebiss wird mit Erregern überflutet. Diese infektiösen Mikroorganismen können bis in den Zahnhalteapparat vordringen und die Zahnwurzeln sowie den Kieferknochen angreifen. Zähne sind lebendige Organismen, die von einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung profitieren. Mit einer optimierten Menge an Mikro- und Makronährstoffen bleiben Dentin (Zahnbein) und Zahnschmelz gesund. Mineralstoffe stabilisieren die Knochen. Das Zahnfleisch wird gefestigt. Eine zuverlässige Kariesvorbeugung stellt die regelmäßige Prophylaxe beim Zahnarzt dar. Die finale Fluoridversiegelung der Zähne ist ein starker Zahnschmelz-Protektor.

Worin steckt fluorid?

Fluorid härtet die Zähne. Das Salz der Flusssäure findet sich in der Zahnsubstanz und den Knochen. Der Mikronährstoff kann auch über die Nahrung absorbiert werden. Bei der zahnärztlichen Prophylaxe werden die Zähne zum Abschluss mit Fluoridlack überzogen. Dies glättet sie zusätzlich und macht sie widerstandsfähig gegen Keime und Beläge. Der Fluoridschutzmantel vermeidet auch Zahnverfärbungen. Nach den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte die tägliche Fluorid-Aufnahme bei Erwachsenen 3,1 bis 3,8 Milligramm betragen.

Folgende Nahrungsprodukte enthalten Fluorid:

  • Meeresfrüchte
  • Fisch
  • Fleisch
  • Geflügel
  • Walnüsse
  • Sojabohnen
  • Harzer Käse
  • Schwarztee
  • Fluoridiertes Salz

Liegen veganer & vegetarier im clinch mit der zahngesundheit?

Bei einer ausgewogenen gesunden Ernährung und Lebensweise hat der Verzicht auf tierische Lebensmittel bei Erwachsenen grundsätzlich keine defizitären Auswirkungen. So sind Veganer bei einer Reihe von Nährstoffen meist besser versorgt als der Bevölkerungsdurchschnitt. Dennoch gibt es beim Thema Zahngesundheit einiges zu Beachten. Die Nahrungsaufnahme in dieser Gruppe besteht größtenteils aus Obst und Gemüse. Das ist zwar prinzipiell gesund, die Fruchtsäuren können jedoch den Zahnschmelz angreifen und die Zähne entmineralisieren. Die pflanzenbetonte Ernährungsweise liefert Nährstoffe wie Beta-Carotin, Vitamin C oder Folsäure. Andererseits kann es zu einem Mangel an den Mineralstoffen Kalzium und Eisen kommen, die für die Knochengesundheit lebensnotwendig sind. Es ist daher darauf zu achten, den Bedarf über pflanzliche Lebensmittel ausreichend zu decken. Quellen für Kalzium sind Sesam, Mandeln, Grünkohl, Rucola, getrocknete Feigen, angereicherte Sojaprodukte, sogar manche Mineralwassersorten. Für die Zahngesundheit von Veganern und Vegetariern ist ein ausgeglichener Kalzium- und Vitamin-D-Spiegel ganz besonders wichtig, da Vitamin D die Kalziumaufnahme aus der Nahrung verbessert. Beide Vitalstoffe zusammen fördern die Zahnmineralisation. Einem fleischlosen Lebensstil steht dann nichts mehr im Wege.

QUELLE:

NVS II Abschlussbericht Teil 2, bezogen unter:
https://www.mri.bund.de/fileadmin/MRI/Institute/EV/NVSII_Abschlussbericht_Teil_2.pdf
(Zugriff: 06.05.2021)